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Der Christopher Street Day in Düsseldorf: 27.5. 2017


Hier clicken, um das Video zu sehen: https://youtu.be/NI2TM6eQcMU

Die Hölle im Kopf kommt überall mit!









Viele Menschen, die nach Deutschland fliehen, haben Krieg und schreckliche Gewalt erlebt. Viele wurden misshandelt oder gefoltert. Deutschland ist international verpflichtet, traumatisierten Flüchtlingen Schutz und die nötige medi-zinische sowie psychologische Behandlung zu gewähren. Ein wichtiger Teil der Versorgung von traumatisierten Flücht-lingen wird zurzeit von psychosozialen Behandlungszentren geleistet. Sie bieten medizinische Behandlung, Psycho-therapie, Dolmetscherleistung und psychosoziale Betreuung an. Trotzdem sind sie keine anerkannten Leistungserbringer der gesetzlichen Krankenversicherung. Viele kämpfen seit Jahren um ihr finanzielles Überleben.


Sie können gezielt hierfür spenden unter dem Stichwort

HILFE FÜR TRAUMATISIERTE FLÜCHTLINGE

unter der IBAN DE23370205000008090100

Bilder von unserem Infostand am 23.4.2016







Menschenrechte brauchen Ausdauer - Teilnahme am Düsseldorf-Marathon - 24.4. 2016





Normalerweise beweisen wir unsere Ausdauer eher am Schreibtisch: Briefe, Petitionen, Postkarten, e-mails, um in aller Welt auf die Einhaltung der Menschenrechte zu dringen, und um Menschen, deren Rechte verletzt werden, zu unterstützen.
Immer wieder, manchmal jahrelang. Unermüdlich, auf immer neuen Wegen. Und immer wieder suchen wir die Öffentlichkeit, um die Aufmerksamkeit möglichst vieler auf unsere Anliegen zu lenken.
Werbung ist wichtig. Sportveranstaltungen sind öffentlich. Also geht's auch schon mal raus auf die Straße, um mit viel Ausdauer Farbe zu zeigen.










Die Geschichte von Hussein


Ich bin Jonas, 16 Jahre alt, und arbeite ehrenamtlich in einem Flüchtlingsheim.
Ich möchte eine Geschichte erzählen.
Eine wahre Geschichte.
Eine Geschichte von einem Jungen namens Hussein, der 2015 aus Somalia geflohen ist. Hussein ist 16 Jahre alt und muslimisch.


Die Geschichte begann in einer kleinen Stadt in Somalia. Hussein lebte dort mit seinen Eltern, einem zwei Jahre älteren Bruder und einer zwei Jahre jüngeren Schwester.
Keiner der Kinder ist jemals zu einer richtigen Schule gegangen. Was sie gelernt haben, mussten sie privat aus Büchern lernen. Somalia befand sich zu dieser Zeit (und befindet sich immer noch) im Krieg mit dem al-Quaida Ableger al-Shabaab. Ein paar Kilometer vor der Stadt hatte die Terrormiliz zu dieser Zeit ein Lager errichtet. Nachts kamen sie manchmal in die Stadt um zu morden und zu rekrutieren. Alle Nichtmuslime wurden sofort getötet. Muslime hatten die Wahl, entweder kämpften sie mit der Terrormiliz, oder sie wurden auch getötet. Selbst zehnjährige männliche Kinder wurden schon vor diese Wahl gestellt.
Eines Nachts, am 08.04.2015, kamen die Terroristen wieder in die Stadt. Bis jetzt war Husseins Familie verschont geblieben, in dieser Nacht wurden sein Vater und sein Onkel von den Terroristen ermordet.
Die Familie hatte keine Ahnung was sie jetzt tun sollten. Sein Vater hatte die Familie alleine ernährt. Hussein entschied sich zu fliehen. Seine Schwester wollte bis Nairobi (Hauptstadt von Kenia) mitkommen.


Am 04.07.2015 machte Hussein sich zusammen mit seiner Schwester auf den Weg nach Kenia. In Nairobi trennte Hussein sich von seiner Schwester. Er zog allein weiter nach Äthiopien. Drei Tage brauchte er um Äthiopien zu durchqueren und an die Grenze des Sudans zu kommen. Er reiste zusammen mit anderen in einem Kleintransporter. Als sie gerade eine Brücke kurz vor der sudanischen Grenze überquert hatten, und an einer Böschung fuhren, verlor der Fahrer des Wagens plötzlich die Kontrolle. Der Wagen stürzte die Böschung hinunter, überschlug sich mehrere Male und landete schließlich in einem Flussbett. Bei diesem Unfall starben 6-7 der Insassen. Hussein überlebte leichtverletzt und spürte nur ein leichtes Stechen im linken Lungenflügel.
Danach ging seine Reise ohne Unterbrechung weiter nach Khartum (Hauptstadt des Sudans). Um an die libysche Küste zu kommen, musste Hussein die Sahara durchqueren. Seine Gruppe bestand aus sechs weiteren Mitgliedern. Von den Vermittlern bekamen sie (7 Personen) für die Durchquerung der Wüste nur zwei Liter Wasser. Vom Sudan bis zur libyschen Küste brauchte Hussein sieben Tage.
An der Küste musste er dann einen Monat warten, bevor er auf ein Boot nach Italien konnte. Die Schleuser wollten für die Überfahrt 2500 US-Dollar (ca. 2.291,80 Euro) von Hussein. Da Hussein alleine nicht so viel Geld aufbringen konnte, rief er seine Schwester an, ob sie ihm das Geld geben könnte. Also bezahlte seine Schwester das Geld. Nach einer weiteren Wartezeit von ein paar Tagen in Tripolis, konnte Hussein dann am 05.10.2015 auf ein Boot nach Italien. Die Überfahrt dauerte 9 Stunden und 45 Minuten. Seit dem Unfall an der Grenze zum Sudan, ging es Hussein immer schlechter. Als das Boot dann in Italien ankam, wurden Hussein und die anderen Flüchtlinge mit allem nötigen versorgt. Hussein wollte eigentlich zu einem Arzt, aber er wurde erstmal nach Mailand weitergeschickt, wo er ungefähr acht Tage blieb.


Danach fuhr er per Zug weiter über Österreich nach Düsseldorf. Er kam mitten in der Nacht hier in Düsseldorf an. Da er sehr wenig von der Fahrt mitbekommen hatte, dachte er erst er sei in Berlin. Er sprach vier Frauen an und schilderte ihnen sein Problem. Er hatte nichts zu essen, keinen Ort zum Schlafen, fühlte sich krank und konnte sich kaum auf den Beinen halten. Die Frauen vermittelten ihn zur Lindenstraße in Düsseldorf, wo er Hilfe bekommen könnte. Außerdem gaben sie ihm 20 €, damit er sich mit dem nötigsten versorgen konnte.
Also fuhr Hussein mit der 706 zur Lindenstraße, wo er wirklich Hilfe bekam. Von der Einrichtung aus wurde er sofort in das Florence-Nightingale-Krankenhaus in Kaiserswerth gebracht, wo er acht Tage verbrachte. Er litt in Folge des Unfalls an einer Wasseransammlung in der Lunge. Seit Ende Oktober 2015 ist er jetzt in einer Flüchtlingsunterkunft in Düsseldorf.


Seine Schwester lebt immer noch in Nairobi und sein Bruder lebt mit seiner Mutter immer noch in der kleinen Stadt in Somalia. Ab und zu telefoniert Hussein mit ihnen.
Was in Zukunft mit ihm geschieht, weiß er noch nicht, aber sein wichtigstes Ziel ist es weiterhin Deutsch zu lernen. Die Frauen, die ihm damals in Düsseldorf geholfen haben, hat er nie wiedergesehen.


Während seiner ganzen Flucht hat Hussein sein Gottvertrauen nie verloren und er hat oft gebetet. Auf die Frage, ob er wüsste, dass hier in Düsseldorf auch eine Moschee ist, antwortet er lachend, dass er kein Moscheegänger sei und lieber für sich alleine betet.


Alle Informationen basieren auf dem Bericht Husseins.




Arbeit mit Schülern

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