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Jedes Jahr fordern Hunderttausende Menschen weltweit anlässlich des Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember Regierungen auf, gewaltlose politische Gefangene freizulassen und Unrecht zu beenden. Außerdem schicken sie Solidaritätsnachrichten an Menschen, deren Rechte verletzt werden.


Das zeigt Wirkung:


Für den tschadischen Blogger Mahadine haben mehr als eine halbe Million Menschen auf der ganzen Welt Briefe geschrieben und Petitionen unterzeichnet – vor allem während des Briefmarathons 2017: Im April 2018 ordnete ein Gericht seine Freilassung an.


Saman Naseem kam als 17-Jähriger wegen "Feindschaft zu Gott" im Iran in Haft. Sein Todesurteil wurde 2018 in fünf Jahre Haft umgewandelt. Beim Briefmarathon 2015 waren rund 200.000 Menschen für ihn aktiv.


"Die Nachrichten, die mich von Menschen außerhalb der Gefängnismauern erreicht haben, sind zu einer enormen Quelle der Stärke für mich geworden", sagte Albert Woodfox, USA. Er kam 2016 nach 44 Jahren Einzelhaft frei.


Moses Akatugba aus Nigeria wurde im Alter von 16 Jahren zu Tode verurteilt. 2015 wurde er begnadigt und freigelassen. "Ich bin überwältigt. Die Aktivistinnen und Aktivisten von Amnesty sind Heldinnen und Helden."


Auch dieses Jahr werden wir wieder so viele Briefe wie möglich abschicken.


Folgende Fälle haben wir ausgewählt:


Iran: Atena Daemi

Atena Daemi war so mutig, auf Facebook und Twitter die hohen Hinrichtungszahlen im Iran zu kritisieren. Sie verteilte Flugblätter gegen die Todesstrafe und nahm an einem friedlichen Protest gegen die Hinrichtung einer jungen Frau teil. Ein Gericht sah darin „Beweise“ für Straftaten und die Abkehr vom Islam. Es verurteilte Atena Daemi in einem unfairen Prozess zu sieben Jahren Haft. Atena Daemi wurde in der Haft geschlagen, mit Pfefferspray traktiert und 51 Tage in Einzelhaft genommen. Trotzdem lässt sie sich nicht davon abbringen, ihre Menschenrechte zu verteidigen. In einem Brief aus dem Gefängnis schrieb sie: „Meine Stimme kann durch grausame und ungerechte Handlungen nicht zum Schweigen gebracht werden.“ In diesem Jahr trat sie in den Hungerstreik, um gegen die Verurteilung ihrer „in Sippenhaft genommenen“ Schwestern zu protestieren. Atena Daemis Gesundheitszustand hat sich in der Haft dramatisch verschlechtert. Sie leidet an Schwindel, Erbrechen, Blutdruckschwankungen und Nierenschmerzen. Die Gefängnisbeamt_innen gewähren ihr jedoch keine angemessene Gesundheitsversorgung.

Ukraine: Vitalina Koval

Für den Internationalen Frauentag 2018 plante Vitalina Koval in Uschhorod eine Demonstration. Sie sprach im Vorfeld mit der Polizei, die ihr zusicherte, für den Schutz der Veranstaltung zu sorgen. Doch als die Demonstration stattfand, tauchte eine Gruppe Rechtsextremer auf, griff die Teilnehmenden gewaltsam an und bewarf sie mit roter Farbe. Vitalina Koval erlitt Verätzungen an den Augen und musste im Krankenhaus behandelt werden. Die Polizei nahm die Angreifer fest, ließ sie aber kurz darauf wieder frei. In den folgenden Tagen erhielten Vitalina Koval und andere Personen, die an der Demonstration teilgenommen hatten, Drohungen; zwei Aktivisten wurden auf der Straße verfolgt und geschlagen. Die Behörden haben die Vorfälle bis heute nicht gründlich untersucht. Rechtsextreme Gruppen greifen in der Ukraine vermehrt Menschen an, die sich für Frauenrechte und für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans- und Intergeschlechtlichen einsetzen.

Venezuela: Geraldine de Chacón

„Sie hat sich schon immer gegen Ungerechtigkeit eingesetzt“, erzählt die Mutter von Geraldine Chacón. Schon mit neun Jahren habe ihre Tochter davon geträumt, Rechtsanwältin zu werden. Als sie später in Caracas Jura studierte, gründete sie an der Universität ein Jugendnetzwerk zur Unterstützung von Amnesty International. Außerdem engagierte sie sich federführend in einer Organisation, die benachteiligte Jugendliche in den Armenvierteln der Hauptstadt unterstützt. In der Nacht zum 1. Februar 2018 holten Angehörige des Geheimdienstes Geraldine Chacón zuhause ab und inhaftierten sie willkürlich. Man warf ihr fälschlicherweise vor, sie stehe mit Gruppen in Verbindung, die „Widerstand“ gegen die Regierung organisierten. Obwohl ein Gericht ihre Freilassung anordnete, wurde die gewaltlose politische Gefangene vier Monate lang unter miserablen Haftbedingungen festgehalten. Im Juni kam Geraldine Chacón unter Auflagen frei – doch sie darf das Land nicht verlassen und muss jederzeit mit einer erneuten Festnahme rechnen.

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